Gehölzpflege an Straßen:
Rechtliche Grundlagen, Schnittzeiten und Maschinenwahl im Überblick

Gehölzpflege an Straßen ist gesetzliche Pflichtaufgabe. Wer als Kommune, Bauhof oder Lohnunternehmer Straßenbegleitgrün pflegt, trägt Verantwortung für die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer.

Dazu kommt der rechtliche Rahmen. Das Bundesnaturschutzgesetz schreibt vor, wann starker Rückschnitt erlaubt ist und wann nicht. Und die Wahl der falschen Maschine kostet nicht nur Geld, sondern birgt auch erhöhtes Gefahrenpotential.

Astschere KM-X Groupschumacher

Dieser Artikel gibt einen Überblick über:

          • gesetzliche Vorgaben
          • Schnittzeiten
          • das Lichtraumprofil
          • die Frage, welche Technik für welchen Einsatz an der Straße wirklich taugt

Warum ist Gehölzpflege an Straßen überhaupt notwendig?

Ohne regelmäßige Pflege ragen Äste in den Verkehrsraum, verdecken Verkehrsschilder und nehmen Autofahrern die Sicht an Kreuzungen.
Die Gehölzpflege an Straßen dient deshalb primär der Verkehrssicherheit. Sie umfasst drei Kernaufgaben:

 

1.

das Freischneiden des Lichtraumprofils

2.

die Beseitigung von Sichtbehinderungen an Kreuzungen und Schildern

3.

den Schutz vor Erosion an Böschungen

Letzteres wird oft unterschätzt. Intakter Bewuchs hält das Erdreich an Böschungen stabil.
Wird er zu stark zurückgeschnitten oder falsch gepflegt, erhöht sich das Erosionsrisiko bei Starkregen erheblich.

Wer ist zuständig?

Zuständig sind je nach Straßenklasse unterschiedliche Träger:

  • Bundesstraßen liegen in der Verantwortung des Bundes
  • Landesstraßen bei den Bundesländern
  • Gemeindestraßen bei den Kommunen.

Wer zuständig ist, haftet auch, wenn Mängel zu Unfällen führen.

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Wann darf an Straßen geschnitten werden und wann nicht?

Starkes Zurückschneiden und Roden von Hecken, Gebüschen und Bäumen ist nach dem Bundesnaturschutzgesetz nur in der Vegetationsruhe erlaubt: vom 1. Oktober bis zum 28. Februar. Der Grund ist der Schutz nistender Vögel und ihrer Gelege. Wer außerhalb dieses Zeitfensters rodet oder stark zurückschneidet, begeht eine Ordnungswidrigkeit.

Form- und Pflegeschnitte sind das ganze Jahr über zulässig. Das gilt auch für Maßnahmen, die akut die Verkehrssicherheit wiederherstellen, zum Beispiel nach Sturmereignissen, wenn Äste auf die Fahrbahn zu fallen drohen oder bereits gefallen sind. In diesen Fällen greift die Verkehrssicherungspflicht und hat Vorrang.

Welche Vorgaben gelten für den Lichtraumprofilschnitt?

Das Lichtraumprofil definiert den Bereich, der für den Verkehr dauerhaft freigehalten werden muss. Äste, die in diesen Bereich hineinragen, sind ein Haftungsrisiko.

Die Mindestmaße sind klar geregelt:

  • Über Fahrbahnen muss eine lichte Höhe von mindestens 4,50 Metern gewährleistet sein.
  • Über Geh- und Radwegen sind es 2,50 Meter.
  • Seitlich zur Fahrbahn gelten ebenfalls Abstände, die je nach Straßenklasse und Landesrecht variieren können.

Wer die Gehölzpflege an Straßen verantwortet, muss beim Lichtraumprofilschnitt diese Maße einhalten und regelmäßig kontrollieren. Kommt es zu einem Unfall, weil ein Ast in den Verkehrsraum ragte, kann das als Verletzung der Verkehrssicherungspflicht gewertet werden.

Gehölzpflege an Gewässern:
Was gilt hier?

Gehölzpflege an Gewässern folgt ähnlichen Grundprinzipien wie an Straßen, hat aber eigene Zuständigkeiten und Anforderungen.

Uferbewuchs schützt Böschungen vor Erosion, filtert Nährstoffe aus dem Oberflächenwasser und bietet Lebensraum für gewässertypische Tierarten.

Zuständig für die Pflege sind je nach Gewässerklasse unterschiedliche Träger:

  • An Bundeswasserstraßen ist die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes
  • An Landesgewässern die jeweiligen Bundesländer
  • An kleineren Gewässern oft die Gemeinden oder privaten Eigentümer

Die Schnittzeiten nach BNatSchG gelten auch hier. Starker Rückschnitt ist nur zwischen dem 1. Oktober und dem 28. Februar erlaubt. Besonders an Gewässern gilt: Zu starke Eingriffe destabilisieren die Uferböschung und können Erosion und Eintrag von Sedimenten ins Gewässer verursachen.

Wie wird Gehölzpflege an Straßen nachhaltig durchgeführt?

Gehölzpflege entlang von Straßen ist dann nachhaltig, wenn sie die Vitalität der Pflanzen langfristig erhält – und das beginnt mit der Qualität des Schnittes.

Ein sauberer, glatter Schnitt schließt sich schnell und schützt die Pflanze vor dem Eindringen von Pilzen, Bakterien und Feuchtigkeit. Im Gegensatz dazu hinterlässt ein ungenauer Schnitt ausgefranste Wunden, die als Eintrittspforte für Schaderreger dienen. Die Folge: geschwächte Pflanzen, höherer Pflegeaufwand in den Folgejahren und letztlich ein erhöhter Erneuerungsbedarf.

Die Wahl des richtigen Werkzeugs ist daher nicht nur eine technische Entscheidung – sie wirkt sich direkt auf den Zustand und die Regenerationsfähigkeit der Gehölze nach dem Schnitt aus.

Welche Maschinen eignen sich für die Gehölzpflege an Straßen?

Die Wahl der Maschine hängt von der Aststärke, dem Einsatzort und den Anforderungen an Arbeitssicherheit ab. Wer Gehölzpflege an Straßen betreibt, hat grundsätzlich drei Gerätetypen zur Auswahl.

Kreissäge am Ausleger

Wofür geeignet: Starkes Astwerk, grobe Rodungsarbeiten, Baumschnitt mit sehr großen Durchmessern.

Wofür nicht geeignet: Feineres Astwerk, dichte Hecken und kleinteilige Gehölzstrukturen lassen sich mit einer Kreissäge nur eingeschränkt bearbeiten. Das große Sägeblatt erlaubt keine präzise Führung im Geäst – Hecken werden ungleichmäßig geschnitten, filigrane Äste sind zu flexibel und weichen dem Sägeblatt aus, anstatt sauber durchtrennt zu werden.

Arbeitssicherheit: Das rotierende Sägeblatt schleudert Holzsplitter und Astteile unkontrolliert in alle Richtungen. Im besiedelten Bereich und entlang vielbefahrener Straßen ist der Schnitt daher mit erheblichem Sicherheitsaufwand verbunden.

Schnittqualität und Nachhaltigkeit: Kreissägen hinterlassen raue, ausgefranste Schnittstellen. Äste werden teilweise mehr abgerissen als sauber getrennt. Das schwächt die Pflanze langfristig und erhöht den Pflegeaufwand in den Folgejahren.

Hydraulische Astschere KM-X

Wofür geeignet: Bäume mit Astwerk bis 6 cm Durchmesser sowie Laubhecken – etwa Kirschlorbeer oder Buche. Bei der Gehölzpflege an Straßen kommt sie überall dort zum Einsatz, wo Baumreihen, Straßenbegleitgrün und Böschungen mit starkem Bewuchs bearbeitet werden müssen.

Arbeitssicherheit: Die KM-X arbeitet ohne rotierende Sägeblätter. Dadurch entsteht kein Splitterflug und unkontrolliertes Wegschleudern von Astteilen. Der Einsatz ist auch in belebten Bereichen ohne erhöhten Absicherungsaufwand möglich.

Schnittqualität und Nachhaltigkeit: Die Doppelfinger der KM-X verfügen über eine spezielle Verzahnung auf der baumabgewandten Seite. Diese hält den Ast beim Schnittvorgang fest und verhindert, dass er weggleitet – so kann die Klinge sauber und kontrolliert trennen.Die beidseitig keilförmig geschliffenen AxeCut Klingen trennen Äste glatt und sauber. Die Schnittfläche schließt sich so, dass Feuchtigkeit und Krankheitserreger keinen Angriffspunkt finden. Das schont die Pflanze und verlängert ihre Standzeit.

Astschere KM-X Groupschumacher Astschere KM-X | Group Schumacher

 

Hydraulische Heckenschere KM-S & KM-L

Wofür geeignet: Leichter bis mittlerer Heckenschnitt, junges Gehölz und verwachsene Ränder bis 30 mm Aststärke. Ideal für die Gehölzpflege an Straßen mit Böschungen, Feld- und Wegrändern sowie kommunale Daueraufgaben.

Arbeitssicherheit: Das geschlossene Messersystem der KM-S und KM-L schleudert kein Schnittgut unkontrolliert weg. Der Einsatz ist auch entlang belebter Straßen und in Ortschaften ohne aufwendige Absperrmaßnahmen möglich.

Schnittqualität und Nachhaltigkeit: Die ProCut Messerklingen liefern gleichmäßige, ausrissfreie Schnitte, bei der keine Nacharbeit oder offenen Risse im Holz entstehen. Das fördert gesundes Nachwachsen und reduziert den Pflegeaufwand langfristig.

Hydraulische Heckenschere Group Schumacher Hydraulische Heckenschere KM-S / KM-L – Group Schumacher

 

Welche Maschinen eignen sich für die Gehölzpflege an Straßen?

Eine kurze Übersicht, welches Gerät für welche Aufgabe bei der Gehölzpflege an Straßen die richtige Wahl ist:

Aststärke
Einsatzort
Arbeitssicherheit
Trägerfahrzeug
Schnittqualität
Wartungsaufwand
Montage
KM-L
bis 20 mm
Böschung, Wegrand, Ortsrand
Einsatz in belebten Bereichen möglich
Frontlader, Traktor, Teleskoplader
Glatt, ausrissfrei
Gering
D-LOCK Schnellwechsel
KM-S
bis 30 mm
Böschung, Wegrand, Ortsrand
Einsatz in belebten Bereichen möglich
Frontlader, Traktor, Teleskoplader
Glatt, ausrissfrei
Gering
D-LOCK Schnellwechsel
KM-X
bis 60 mm
Baumreihen, Straßenbegleitgrün
Einsatz in belebten Bereichen möglich
Traktor, Lader, Bagger, Böschungsmäher
Glatt, ausrissfrei
Gering
Adapter, flexibel positionierbar
Kreissäge
sehr stark, über 6 cm
Unbesiedelter Bereich
Hoher Absicherungsaufwand
Bagger, Ausleger
Ausgefranst, rau
Hoch
Fix

Sie suchen eine Lösung für die Gehölzpflege an Straßen und Gewässern?

Welches Gerät für Ihren Einsatz das richtige ist, klären wir gerne in einem kurzen Gespräch.